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Vorwort

Vorwort

Ich liebe die Gitarre. Ich liebe einfach alles an ihr. Ihre Form, ihren Klang, ja, sogar ihren Geruch.

Seitdem ich das erste Mal eine Gitarre in der Hand hielt dreht sich mein Leben fast ausschließlich um sie. Jeden Morgen war mein erster Weg zur Kaffeemaschine und dann zu meinem Arbeitsplatz. Und jeden Abend ging ich in der Gewissheit schlafen, dass der nächste Tag wieder voll sein würde mit Musik, dem Kampf mit ihren sechs Saiten und immer neuen Erkenntnissen.

Aber die Welt hat sich weitergedreht und damit auch ich. Heute ist mein eigenes Spiel nicht mehr der Mittelpunkt meiner Welt und auch die Zeit, die ich auf der Bühne verbrachte, erscheint mir wie ein ferner Traum.

Aber die Gitarre selbst ist für mich noch immer eines der wunderbarsten Instrumente und sie wird weiterhin in weiten Teilen mein Leben bestimmen.

 

Leider verschwindet sie heute wieder aus unseren Konzertsälen. Die meisten Menschen kennen sie nur noch in der Hand von alternden Rockstars oder als nettes Beiwerk an romantischen Lagerfeuern.

Aber das ist schade, denn die Gitarre ist weit mehr als das.

Seit Jahrhunderten ist sie ein Teil unserer Geschichte, und auch wenn sie die meiste Zeit im Schatten anderer Instrumente stand hat sie die Menschen immer beschäftigt und im Innersten berührt.

 

Wenn man etwas genauer hinsieht, dann wird man ihre Spuren überall entdecken.

Egal ob im Spanien des 16. Jhdt., am Hofe Ludwigs XIV oder zur Zeit ihrer ersten Blüte in Wien und Paris.

Immer war sie ein Teil unserer Musikgeschichte und spätestens am Beginn des letzten Jahrhunderts wurde sie durch die beiden großen Spanier F. Tarrega und A. Segovia ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit getragen.

Aber auch, wenn sie dort sehr lange einen festen Platz hatte, sieht man heute wie die Liebe und die Wertschätzung, die sie eigentlich verdient, im Verschwinden begriffen ist.

 

Das hat auch mit einem Problem zu tun mit dem wir Gitarristen zu kämpfen haben. In der Zeit zwischen den Lautenwerken Bachs und den Kompositionen des 20. Jhdt. klafft eine Lücke in der Gitarren-Literatur, die kaum zu schließen ist.

Ein Kritiker sagte einmal sinngemäß: „Für die Gitarre gibt es unbedeutende Werke bedeutender Komponisten und bedeutende Werke aus dem Leben unbedeutender Komponisten.“

Und wie hart diese Worte auch klingen mögen, so enthalten sie doch mehr als ein Körnchen Wahrheit. Denn wir Gitarristen besitzen einfach keine Werke vom Rang einer Mozart Sonate oder eines Schubert Liedes.

 

Aber trotzdem, auch wenn uns die „großen Werke“ fehlen gibt es in unserer Literatur genügend Musikstücke die die Herzen der Menschen berühren und ihre Seelen zum Singen bringen.

Und wir besitzen heute so viele Interpreten die ihr Leben in den Dienst der Gitarre und Musik stellen, dass wir nur die Hand ausstrecken müssten um unser Leben mit ihrer Schönheit zu bereichern.

 

 

Um all dem einen Platz zu geben, um die Gitarre in ihrer Geschichte vorzustellen, ihre Werke und Komponisten aus dem Dunkel der Geschichte hervorzuholen und um gleichzeitig all den wunderbaren Interpreten dieses Instruments eine Plattform zu bieten, habe ich diesen Blog gestartet.

 

Was erwartet euch auf diesem Blog?

 

In erster Linie will ich euch die Geschichte der Gitarre näherbringen, das Leben und Werk ihrer Komponisten und ihrer größten Interpreten.

Ich werde euch junge Musiker vorstellen die sich jeden Tag um die Gitarre bemühen. Ich möchte mit ihnen über ihre Träume sprechen, ihre Verbindung zur Gitarre, aber auch darüber was sie über Musik, Literatur und unsere Kultur denken.

Und natürlich will ich einen Platz schaffen damit wir ihre wunderbare Musik hören können.

 

Aber vor allem will ich euch die Musik für Gitarre ans Herz legen. Versuchen, die einzelnen Werke aus ihrer Geschichte heraus zu verstehen, zu sehen, welchen Zugang verschiedene Interpreten gefunden haben und wie sie zu verstehen sind.

Denn auch die Musik ist eine Sprache die man lernen kann und zu der jeder, mit ein wenig Mühe, einen Zugang findet.

 

Daneben gibt es natürlich Cd-Vorstellungen, Blicke auf den Gitarrenbau, Buchvorstellungen, Empfehlungen anderer Blogs und vieles mehr.

 

Ich hoffe, ihr begleitet mich eine Zeitlang auf dem Weg hin zu diesem wunderbaren Instrument und ich wünsche euch und mir viel Spaß und Freude dabei.

Euer Thomas.

 

 

Für alle die sich intensiver mit unserer Kultur auseinandersetzen wollen, hier mein Blog über europäische Kultur, Literatur und klassische Musik: Der Leiermann

 

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